Ein Kind hüpft begeistert in eine Regenpfütze – komplett stressfrei und unbeschwert.

Stressfreier Tag: Wie wir den Alltag unbeschwert erleben können

Kinder im Vorschulalter schaffen es noch spielerisch, jenen Alltag zu leben, der genau zu ihnen passt. Der Alltag von Erwachsenen hingegen ist oft fremdbestimmt. Problematisch wird das dann, wenn wir die eigenen Vorstellungen und Anforderungen an unseren Alltag vergessen.

   Kurz und einfach

Kinder sind in ihrem Alltag frei.
Später bestimmt die Schule ihren Tagesablauf.
Sie sollen trotzdem genügend Freiraum haben.
Erwachsene sind oft gestresst und unglücklich.
Man kann den Alltag besser gestalten.
Dazu muss man seine Erwartungen kennen.

 

Ist es nicht wunderbar zu beobachten, wie Kinder im Vorschulalter ihren Alltag verbringen? Unablässig suchen sie neue Erlebnisse. Stundenlang können sie sich auf ein Spiel einlassen und die Zeit völlig vergessen. Dabei machen sie genau jene Erfahrungen, welche aufgrund ihres aktuellen Entwicklungsstandes wichtig sind für sie. Sie scheinen – wie von selbst – ihren Alltag so zu verbringen, wie er am besten zu ihnen passt. Neugierig verfolgen sie, was sie interessiert. Sie lernen ununterbrochen und eignen sich Fertigkeiten an, die für ihr künftiges Leben unentbehrlich sind. In dieser Phase können wir unsere Kinder am besten unterstützen, wenn wir ihnen möglichst oft Zeit und Freiraum dafür lassen, sich den Alltag nach ihrem Rhythmus zu gestalten.

 

Wie geht die Unbeschwertheit der Kindheit verloren?

Diese Unbeschwertheit im Alltag hat viel damit zu tun, dass Grundbedürfnisse, etwa das Bedürfnis nach Geborgenheit und Sicherheit, von Kindern nicht in Frage gestellt werden: Kein Kleinkind zweifelt daran, dass es von seinen Eltern geliebt wird. Es fühlt sich von ihnen wie selbstverständlich angenommen, ohne dass es sich um ihre Zuneigung kümmern muss.

Mit dem Eintritt in die Schule wird der sorglose Alltag schrittweise von Leistungswerten herausgefordert. Zunehmend werden die Kinder mit dem «Ernst des Lebens» konfrontiert. Ihre gewohnte Alltagsgestaltung gerät in Widerspruch mit den Plänen, welche Eltern, Schule und Gesellschaft für sie geschmiedet haben. Das Umfeld definiert zunehmend, wie der Alltag des Kindes aussieht. Von Krisen und Konflikten, welche sich daraus ergeben, können Eltern ein Lied singen.

 

Zeit fürs «Nichtstun»

In dieser Entwicklungsphase ist es wichtig, dass Eltern daran denken, ihren Kindern ausreichend Zeit zuzugestehen, welche nicht an Leistung geknüpft wird. Also Möglichkeiten für das freie Spiel, fürs «Nichtstun», fürs Herumhängen mit Kolleginnen und Kollegen. Wünschen wir uns nicht alle manchmal einen lässigen Alltag, der so widerspruchsfrei zu uns passt wie jener eines Kindes? 

 

Was stresst uns im Alltag?

In der Realität gelingt es wenigen Erwachsenen, einen Alltag zu leben, in welchem alle ihre wichtigen Bedürfnisse wunschlos befriedigt sind. Der moderne Alltag fordert die meisten von uns heraus. Alltag heisst für viele Menschen regelmässig Gehetze, Ärger, Frustration und Stress. Manchmal überkommen uns Gefühle der Sinnlosigkeit, der Ohnmacht und der Orientierungslosigkeit. Die Befriedigung wichtiger Grundbedürfnisse, wie etwa der existentiellen Sicherheit, der sozialen Anerkennung oder der persönlichen Selbstentfaltung ist alles andere als selbstverständlich. Sie müssen mit oft erheblichem Einsatz erstritten und gesichert werden. Nicht selten erleben wir unseren Alltag als fremdbestimmt. Beruf, Familie, gesellschaftliche Verpflichtungen prägen unseren Tagesablauf so stark, dass persönliche Wünsche und Bedürfnissen auf der Strecke bleiben.

 

Stressfrei dank mehr Qualität im Alltag

Die individuellen Freiheiten bei der beruflichen und privaten Lebensgestaltung, welche in unserer Gesellschaft gewährt sind, können sogar zur Belastung werden. Dann nämlich, wenn der Alltag kaum mehr Vertrautheit und zuverlässige Leitplanken bietet. Manchmal bringt erst ein Ausbruch aus der täglichen Routine die ersehnte Befriedigung von Wünschen und Bedürfnissen, etwa während der Ferien oder in der Freizeit. Doch letztlich gilt eben auch: Wie wir unseren Alltag verbringen, so verbringen wir unser Leben.

Wie kann es also gelingen, unsere Erwartungen besser in den Alltag zu integrieren? Eine Problematik besteht meines Erachtens darin, dass wir uns in der Hektik des Alltags oft wenig konkrete Vorstellungen über unsere persönlichen Anforderungen an das Leben, an einen bestimmten Lebensabschnitt oder an den Alltag generell machen. Häufig sind unsere Vorstellungen davon nur vage, und stark von den Erwartungen unseres Umfeldes geprägt. Um uns klarzumachen, was für uns Lebensqualität im Alltag ausmacht, müssen wir uns Fragen nach unseren persönlichen Erwartungen an den Alltag stellen: Was ist mir wichtig? Wieviel davon ist mir wichtig? Was muss in meinem Leben erfüllt sein, damit ich zufrieden bin? Wenn wir uns mit diesen Fragen auseinandersetzen, kann eine grössere Zufriedenheit im Alltag gelingen.

 Tipp für weniger Stress und mehr Zufriedenheit im Alltag

Halten Sie zwischendurch inne und stellen Sie sich folgende Fragen: 

  • Was ist mir wichtig?
  • Warum ist es mir wichtig?
  • Wie viel davon habe ich in meinem Alltag?
  • Wie viel davon möchte ich gerne in meinem Alltag?

Versuchen Sie nun, Ihre eigenen Erwartungen an Ihren Alltag klar zu formulieren. Sprechen Sie dies laut aus oder schreiben Sie es auf. Sie werden bemerken, dass es gar nicht so einfach ist, die eigenen Erwartungen in Worte zu fassen.

Natürlich können Sie dies auch umdrehen und Dinge aufschreiben, die Sie gerne weniger in Ihrem Alltag auffinden oder erleben möchten.

So finden Sie heraus, wie Sie selbst das Steuer in die Hand nehmen und einen stressfreieren und zufriedeneren Alltag leben können.